Trainer

Trainerteam
Ben Hassing aus der niederländischen Nachbargemeinde Overdinkel heißt der neue Trainer bei Grün-Gold Gronau, in dessen Team Nils Schlamann mitarbeitet.

Ben, da Du für viele Gronauer Tennisspieler ein „alter Bekannter“ bist und sehr gut deutsch sprichst, war es für Dich wohl nicht sehr schwierig Dich in dem neuen Umfeld zurecht zu finden. Wie sind Deine Eindrücke nach den ersten Monaten?
Die ersten Eindrücke sind sehr gut. Ich habe es als wohltuend empfunden, gleich herzlich in die Grün-Gold Familie aufgenommen worden zu sein, sei es vom Vorstand, dem Clubhausteam oder den Spielern/-innen selber. Alle wollten ein Steinchen dazu beitragen, dass ich dazu gehöre.
Während der Wettkämpfe herrscht eine sehr gute Atmosphäre auf der Anlage. Hinterher wird gegrillt und gefeiert. Ein großes Kompliment an das Clubhausteam, das zu dieser guten Stimmung wesentlich beiträgt.

Wie steht es um die Damen- und Herrenmannschaften sowie die Jugend im Verein?
Auch hier steht das Positive im Vordergrund, wobei ich natürlich als ehrgeiziger Trainer auch Verbesserungen anstrebe. Das Potential im Verein an eigenen Spielern/-innen sowie an Jugendlichen ist ziemlich gut. Damen und Herren spielen im nächsten Winter in der Verbandsliga und behaupteten sich diesen Sommer in schweren Gruppen in der Verbandsliga. Beide Teams verfügen über einen guten Unterbau mit den 2. Damen in der Münsterlandliga und den 2. Herren in der Bezirksliga sowie den 3. Herren in der Kreisklasse.
Auch die Jugendteams behaupteten sich erfolgreich. Das Training zahlt sich aus, denn Jungen wie Mädchen verbessern ihre Technik ständig, wodurch sich die Ergebnisse verbessern und dadurch auch die Spielfreude wächst. Einige wenige Mannschaften (nicht ab Altersklasse 30) hatten Schwierigkeiten, in stärkster Besetzung und vollzählig aufzulaufen. Allzu leicht wird gesagt „ich kann nicht“, obwohl die Termine monatelang bekannt waren und auch die Teilnahme zugesagt wurde. Die Folgen für die Mannschaft werden leider oft nicht bedacht. Sportwart und Trainer wird dann kurzfristig die Aufgabe zugeschoben, für Ersatz zu sorgen, manchmal sogar erst am Abend vorher. Hier muss sich etwas ändern: Die Spieler/-innen und Mannschaftsführer müssen selber mehr Verantwortung übernehmen und mögliche Verhinderungen sind frühzeitig mitzuteilen. Ich bin mir mit Sportwart Sven Gabbe einig, dass wir dieses Problem für 2016 in den Griff bekommen, indem nicht nur sehr früh die Termine bekannt gegeben werden, sondern auch die Mannschaftsführer ein Merkblatt mit einer genauen Aufgabenbeschreibung erhalten. Probleme müssen zuallererst innerhalb eines Teams gelöst und nicht bei anderen abgeladen werden.

Das Training in den Niederlanden und hier findet in der gleichen Art und Weise statt. Hast Du dennoch Unterschiede feststellen können?
Im Prinzip ist das Training ähnlich. Aber in den Niederlanden beginnen die Wettkämpfe und damit das Training auf Asche bereits Anfang April. Außerdem kennen wir in den Niederlanden einen starken Spielbetrieb unter Flutlicht bis spät in den Abend, etwas, was in Deutschland kaum praktiziert wird.
In den Niederlanden muss man sich zum Training anmelden, hier werden die Jugendlichen vom Verein für Trainingsgruppen und Stunden eingeteilt. Aufgefallen ist mir auch, dass es nur wenige Informationen über Turniere für Jugendliche und die jeweiligen Altersklassen gibt.
Ich habe vor wenigen Tagen acht Jugendliche von Grün-Gold zu einem eintägigen Turnier, etwas was jenseits der Grenze sehr üblich ist, mitgenommen, die fanden das toll. Wir wollen das am 27. September bei Grün-Gold auch durchführen und so die Kinder für Wettkämpfe motivieren.

Was war Dein schönstes Erlebnis als Spieler?
Sicherlich hatte ich mehrere wichtige Erfolge als Einzelspieler. Aber ich war vor allem ein begeisterter Mannschaftsspieler. Deshalb empfinde ich als mein schönstes Erlebnis den Gewinn der niederländischen Meisterschaft der Samstagswettkämpfe für Herren im Jahre 1998 mit dem TC Overdinkel. Ein ganzer Bus mit Tennisfans begleitete uns zu dieser Endrunde und feuerte uns an. In unserem 4-Team spielten auch zwei Deutsche, darunter Wolfgang Nolze von Grün-Gold Gronau. Nach gewonnenem Halbfinale stand es im Endspiel nach den Einzeln 2:2, aber wir hatten das bessere Satzverhältnis und benötigten aus den beiden Doppeln nur einen Punkt. Zusammen mit meinem Partner Robert Koning konnte ich das entscheidende Doppel gewinnen und die Meisterschaft sicherstellen.